Bildungsplan 0-10

Als im September 2016 die erste Dialogveranstaltung zur Erarbeitung des neuen Bildungsplans 0-10 stattfand, hat noch niemand abgesehen, wie lang der Prozess werden wird. Erste zeitliche Abläufe gingen davon aus, dass bis jetzt der neue Bildungsplan fertig sei und sich in der Implementierung befinden würde. Doch schnell wurde klar, dass ein so grundlegend anderer Bildungsplan mehr Zeit braucht. So wurden die Leitideen im November 2018 verschickt und stehen auf der Homepage der Senatorin zum Download bereit. Die zunächst für Anfang 2018 geplanten Pilotverbünde stehen jetzt, Anfang 2019, kurz vor dem Beginn ihrer Arbeitsaufnahme. Der Prozess der Erarbeitung des neuen Bildungsplanes ist weitaus komplexer als anfangs angenommen. Schön dabei ist, dass auf die unterschiedlichen Ausgangslagen und Bedürfnisse sowie neuen Erkenntnisse doch noch eingegangen wurde und nun mehr Zeit zur Verfügung steht. Dadurch kann am Ende ein Bildungsplan entstehen, der das Prädikat „gemeinsam“ verdient, da er mit echter Beteiligung von Kita sowie Grundschule gearbeitet hat und so mit breiter Unterstützung bei der Implementierung gerechnet werden kann.

Für die ersten drei Bildungsbereiche wurden Praxisbeispiele erarbeitet und Ende November 2018 vorgestellt. Vor allem im Bildungsbereich Mathematik wurde deutlich, was mit der Durchgängigkeit von 0-10 gemeint ist. Am Beispiel „Längen“ wurde sehr schön veranschaulicht, wie Kinder jeden Alters und jeder Entwicklungsstufe das Prinzip „Länge“ begreifen können. Auch wenn noch nicht von Beginn an alle verschiedenen Komponenten des Längenkonzeptes eine Rolle spielen, wurde doch die Vielschichtigkeit und die ganzheitliche Herangehensweise deutlich. Dies hat Mut gemacht für die weitere Arbeit am Bildungsplan 0-10. Auch das Bild, dass die verschiedenen Komponenten oder auch Kompetenzen nicht rein als aufeinander aufbauende Stufen zu sehen sind, sondern vielmehr als Knoten in einem Netz, welches immer größer und vielfältiger wird, hat mir sehr gut gefallen.

Im weiteren Verlauf der Erarbeitung des Bildungsplanes kommt es jetzt darauf an, alle Beteiligten mitzunehmen, also parallel zu den Arbeitsgruppen die Fachkräfte einzubeziehen, Transparenz über die Arbeit der Pilotverbünde herzustellen, um so die Akzeptanz des neuen Bildungsplanes mit seinen Neuerungen nicht als Mehrarbeit, sondern als andere Perspektive und Zugewinn für die alltägliche Arbeit sehen zu können, die bereits geleistet wird und durch den neuen Bildungsplan eigentlich nur deutlicher hervorgehoben und in einen größeren Zusammenhang gestellt wird. Dazu wird es auch Fortbildungen geben, die gemeinsam für pädagogische Fachkräfte aus Kita und Grundschule konzipiert werden. Zukünftig sollen diese am LIS angesiedelt werden und die Arbeit dazu am LIS mit mehr Stunden und Menschen hinterlegt werden. Welche weiteren Bildungsbereiche als nächstes bearbeitet werden, ist derzeit in Diskussion.