Was können wir von der Umsetzung des sogenannten „Gute-Kita-Gesetz“ erwarten?

Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung und in der Kindertagespflege oder auch: Kita Qualitäts- und Teilhabeverbesserungsgesetz (KiQuTG) schreibt vor, dass alle Bundesländer einen individuellen Umsetzungsvertrag mit dem Bundesfamilienministerium schließen.

Bremen hat als erstes Bundesland den Vertrag zur Umsetzung am 25.04.19 unterschrieben. Was steht drin?

Die senatorische Behörde für Kinder und Bildung hat sich für 4 Handlungsfelder entschieden: „Verbesserung des Personalschlüssels“, „Fachkräftegewinnung“, „Förderung sprachliche Bildung“, „Steuerung im System“ sowie „Maßnahmen nach § 2 s. 2 KiQuTG“.

Bei den letzteren „Maßnahmen“ handelt es sich um die Einführung der Beitragsfreistellung, die 45 % der Bundesgelder für Bremen verschlingen. 55 % bleiben also spürbar für die Verbesserung der Kita-Qualität über.

  • Konkret werden Kitas in sozial benachteiligten Stadtteilen mehr Personalstunden erhalten.
  • Die praxisintegrierte Ausbildung und Teilzeitausbildung von Erzieher*innen wird stärker gefördert, denn das Land Bremen hat im Kita-Bereich bis 2025 einen rechnerischen Fachkräftebedarf von rund 3000 Personen. Die derzeit 417 Ausbildungsplätze sollen um 275 erweitert werden.
  • Die Förderung sprachlicher Bildung wird durch die flächendeckende Einführung eines Beobachtungs- und Dokumentationssystems Sprache untermauert.
  • „Steuerung im System“ bezieht sich auf die Weiterentwicklung der 2011 erarbeiteten Qualitätsstandards, die von allen Kindertageseinrichtungen verbindlich umgesetzt werden sollen und von der Behörde evaluiert werden.

Damit ist spätestens ab dem 01.08.2021 zu rechnen, denn dann tritt das neue Bremische Qualitäts-und Finanzierungsgesetz in Kraft. Ab dem Zeitpunkt sollen alle Kindertageseinrichtungen gleich finanziert werden, also auch Elternvereine werden wie andere Kita Träger finanziert, und alle sollen die gleichen Qualitätsanforderungen erfüllen.

Die Senatorin für Kinder und Bildung rechnet damit, dass die Bundesgelder auch nach dem vertraglichen Zeitraum, der bis Ende 2022 datiert ist, weitergezahlt werden. Dann sollen sich die Ausgabeproportionen zugunsten der Kitaausstattungsverbesserung verschieben. Geplant ist, dass dann auch Ü3 Regeleinrichtungen mit 2 Fachkräften pro Gruppe ausgestattet werden können.