Verbindliche Qualitätsstandards für alle Kitas in Sicht

Bereits 2010 gab es konkrete Bestrebungen, einen einheitlichen Mindeststandard für alle Kindertageseinrichtungen einzuführen. Weshalb?

Der Rahmenplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich sowie die Lern- und Entwicklungsdokumentation (LED) lagen vor und nun ging es darum, dass städtische und freie Träger (also auch Elternvereine) einen beschriebenen Mindestumfang der Inhalte umsetzen sollten. So wurden trägerübergreifend die 22 Qualitätsversprechen (QV) als Mindeststandard erarbeitet.

Die verbindliche Einführung dieser Qualitätsversprechen scheiterte 2010/2011 daran, dass sich die Träger mit ihrer Forderung nach einer Anhebung der Finanzierung zur Umsetzung der QV nicht mit der Senatorin für Soziales (bzw. Finanzen) einigen konnten.

Die Verbindlichkeit fiel weg, doch zahlreiche Träger arbeiteten intern weiter mit den QV, denn sie waren ja an der Erarbeitung beteiligt und somit überzeugt von ihrer Nützlichkeit.

2015 wurde die Zuständigkeit für die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege an das Bildungsressort übertragen. Die Senatorin für Kinder und Bildung, Frau Dr. Bogedan, verfolgt nun anlässlich der Unterzeichnung des „Gute Kita Gesetz“ die Fortsetzung der Qualitätsentwicklung in dem Zusammenschluss „Runder Tisch Qualität in Kitas“.

Zur aktuellen Entwicklung: Die QV werden überarbeitet, denn die Ausgangsbasis, der Rahmenplan wird erweitert. Unter Beteiligung der Kindergärten und Grundschule initiierte die Senatorin die Erarbeitung des Bildungsplan 0-10 , der gleichermaßen für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen gilt. Bereits fertig gestellt wurden die „Pädagogischen Leitideen zum BILDUNGSPLAN für Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren“. Sie wurden bereits in einer Kurz- und einer Langfassung an alle Kindertageseinrichtungen in Bremen verschickt.

Als längerer Prozess im Hintergrund läuft (seit Jahren) die Überarbeitung des Finanzierungssystems für Bremer Kitas. Dies beinhaltet auch das seit vielen Jahren verfolgte Ziel – die Angleichung der Finanzierung der Elternvereine an das Finanzierungsniveau der sogenannten institutionell finanzierten Träger auf der Grundlage eines einheitlichen Referenzwertes.

Zukunftspläne: Am 01.08.2021 soll das noch zu schreibende Bremische Qualitäts- und Finanzierungsgesetz für Kindertageseinrichtungen in Kraft treten. Sollte das tatsächlich gelingen, befinden sich alle Kitas in einer Finanzierungssystematik, das heißt: gleiche Regeln für Elternvereine und institutionelle Träger. Der neue Bildungsplan 0-10 und die neu überarbeiteten Qualitätsversprechen werden verbindliche Grundlage für die Finanzierung der Angebote.

Weshalb? Alle Kinder und Eltern sollen sich auf eine gute Mindestqualität der Kitas verlassen können. Um das bemessen zu können, ist ein Messinstrument – die Qualitätsversprechen – notwendig. Sie regen die Träger und Fachkräfte gleichzeitig an, sich stetig weiterzuentwickeln. Denn die Welt, die Gesellschaft, das Wohnquartier, die Bildung entwickeln sich auch stetig weiter.